SOGRO im Ein­satz: Größte Kata­strophens­chutzübung am Frank­furter Flughafen

Am 09. Oktober 2010 wird am Frankfurter Flughafen die größte Katastrophenschutzübung durchgeführt, die jemals in Deutschland ausgerichtet wurde.

2500 Menschen, von denen über 500 alleine die Verletzten darstellen, simulieren hierbei einen Zusammenstoß zweier Passagierflugzeuge. Um zu erproben, wie in Notfallsituationen in Zukunft effizienter gearbeitet werden kann, kommen dabei prototypische Lösungen aus SOGRO (Sofortrettung bei Großunfall mit Massenanfall von Verletzten) zum Einsatz.

SOGRO ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt, das sich damit befasst, wie bei einem Großunfall (mit Hunderten von Verletzten) möglichst viele Menschenleben gerettet und die Verletzten optimal versorgt werden können.

Aktuell ist die Einsatzleitung insbesondere in der ersten Phase eines Notfalls auf Schätzungen über die Anzahl an Verletzten, deren Zustand und  Behandlungsfortschritt angewiesen. Zudem werden Behandlungsbedürftigkeit (Triagierungskategorie) und eventuelle bisherige Behandlungen der Verletzten heute manuell auf Karten eingetragen, die am Körper der Verletzten befestigt werden. Dies führt zu einer möglicherweise lückenhaften Dokumentation angesichts der chaotischen Verhältnisse vor Ort. Vor Allem die Kommunikation mit der Einsatzleitung gestaltet sich schwierig.

Um diese Situation zu verbessern, wird am Frankfurter Flughafen SOGRO erstmals im Großeinsatz getestet. Das C-LAB entwickelt hierfür die IT-Architektur und Lösungen zur Triagierung (Sichtung und Einteilung der Verletzten in Dringlichkeitskategorien) sowie zur Leitstellenanbindung. Zum Einsatz kommt dabei zum einen ein neu entwickelter, robuster ("rugged") PDA, der von den Einsatzkräften verwendet wird, um unter Anderem Verletztenzahlen, Zustand der Verletzten und deren bisherige Behandlung zu dokumentieren und kommunizieren. Als Träger der Informationen dienen an Stelle der herkömmlichen manuell beschrifteten Verletztenanhängekarten Armbänder mit RFID-Chips, auf denen lückenlos der Zustand der Verletzten und bisherige Behandlungsmaßnahmen gespeichert werden. Diese Informationen können unmittelbar von anderen Helfern, Transportassistenten und Krankenhäusern mit Hilfe der PDAs ausgelesen werden. Außerdem werden diese Daten unmittelbar per Funk (d. h. GSM, UMTS, WLAN, ...) vom PDA an die Einsatzleitstelle übertragen. So ist gewährleistet, dass sowohl Einsatzleitung, Helfer vor Ort als auch Krankenhäuser jederzeit den genauen Überblick behalten und falsche Behandlungen (z. B. Überdosierung von Medikamenten) und Maßnahmen (z. B. Überbelastung einzelner Krankenhäuser) vermieden werden können.

Bei der im Oktober folgenden Katastrophensimulation soll SOGRO seine Massentauglichkeit unter Beweis stellen. Bei einem erfolgreichen Test könnte das System "RFID-basierte Triagierung" bald zum Standard bei Großeinsätzen werden und dabei behilflich sein mehr Menschenleben retten zu können als zuvor. Diese Lösungen wird dann Teil des Siemens-Portfolios im Bereich Notfallmanagement.

Kontakt

Matthias Niemeyer
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Email: <link window for sending>matthias.niemeyer[at]siemens.com