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2010-03-17 | Emotionale Aspekte der Mensch-Roboter-Interaktion und ihre Realisierung in verhaltensbasierten Systemen

Im Bereich der sozialen Robotik werden unterschiedliche Fragestellungen zur Mensch-Roboter-Interaktion behandelt mit dem Ziel, den Umgang mit Robotern für den Menschen zu erleichtern. Im Vergleich zur industriellen Robotik steht hier nicht die Ausführung einiger industrie-spezifischer Aufgaben im Mittelpunkt, sondern die partnerschaftliche Interaktion zwischen menschlichen Benutzern und Robotern. Hierzu werden Roboter so modelliert, dass Menschen an sie unterschiedliche Aufgaben delegieren können. Zu den Anwendungsgebieten der sozialen Robotik zählen vor allem Dienstleistungsbereiche, wo Roboter beispielsweise als Haushaltshilfe oder als therapeutische Hilfe eingesetzt werden können. Je nach Spezifikation können sie als Pflegeroboter, Serviceroboter, Büroassistenten oder einfach als Unterhaltungsroboter verwendet werden. Dazu gehören solche kommunikative Maschinen, die dank ihrer technischen Ausstattung (Sensoren und Aktoren) und ihrer vorprogrammierten Verhaltensweisen in der Lage sind, mit dem menschlichen Gegenüber soziale Interaktionen durchzuführen.

Zahlreiche psychologische Arbeiten und Studien haben gezeigt, dass die Mensch-Maschine-Interaktion bedeutend verbessert wird, wenn ein technisches System an den emotionalen Zustand des Benutzers adaptiert wird. In diesem Zusammenhang wurden in den letzten Jahren verschiedene Ansätze realisiert, die Emotionen in die Mensch-Maschine-Interaktion mit einbeziehen. Roboterköpfe und Avatare simulieren Emotionen durch Gesichtsausdrücke, emotional-betonte Sprachausgaben oder spezielle Gestik, Systeme zur Emotionserkennung analysieren die Mimik, die Gestik oder die gesprochene Sprache ihres menschlichen Gegenübers, um Rückschlüsse auf dessen emotionalen Zustand zu ziehen.

Obwohl der Bereich der sozialen Robotik in den letzten Jahren sehr große Fortschritte gemacht hat, wird man nach einem einheitlichen Konzept, das alle Aspekte der emotionalen Mensch-Roboter-Interaktion in einem ganzheitlichen System miteinander verbindet und an einer konkreten Maschine umsetzt, vergeblich suchen. So fehlen fast allen existierenden Ansätzen beispielsweise die Erkennung und Interpretation von Emotionszuständen eines menschlichen Gegenübers, die im Kontext der emotionalen Mensch-Roboter-Interaktion eine wichtige Rolle spielen.

Neben der Emotionserkennung gehören auch weitere Aspekte der Roboteremotionalität wie Bewertung und Darstellung des eigenen Emotionszustandes zum Konzept eines ganzheitlichen emotionalen Systems. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines ganzheitlichen emotionalen Robotersystems, das sowohl zur Erkennung, Bewertung, Darstellung als auch zur Modellierung von Emotionen im Bereich der Mensch-Roboter-Interaktion eingesetzt werden kann. Ausgestattet mit diesen Fähigkeiten können Roboter in einer Vielzahl von Lebenssituationen die Rolle von menschlichen Partnern einnehmen und als benutzerfreundliche Maschinen dem Menschen jederzeit zur Verfügung stehen.

Autoren:Natalia Esau (Universität Paderborn)
Ausgabe:Vol. 9 (2010) No. 02
Seitenzahl:18

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