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Theseus - Use Case ALEXANDRIA: Neue internetbasierte Wissensinfrastruktur für die Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft von morgen

In Zeiten des globalen Wettbewerbs kommt neuen Formen der Wissensgewinnung, Wissenssuche und Wissensverarbeitung eine strategische Bedeutung zu. Hier setzt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) initiierte Forschungsprogramm THESEUS an. Ziel ist es, eine neue internetbasierte Wissensinfrastruktur zu entwickeln, die es mit neuen Tools, Diensten und Geschäftsmodellen ermöglicht, vorhandenes Wissen besser zu nutzen. Insgesamt 31 Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen arbeiten an dem Projekt mit.

Um Wissen besser verwertbar machen zu können, stützt sich THESEUS auf die Kombination von semantischen Technologien und die Vernetzungsphilosophie des Web 2.0. Semantische Technologien können einerseits die inhaltliche Bedeutung von Informationen erkennen und einordnen. Andererseits können Nutzer selbst Inhalte, Regeln und Ordnungen erstellen und bearbeiten sowie multimediale Inhalte intelligent aufbereiten, sammeln und verknüpfen. Im sog. Web 3.0 können somit effizient strukturierte Wissensressourcen aufgebaut und erstmals auch komplexes Wissen abgebildet werden.

Im Rahmen von THESEUS gibt es ein Core Technology Cluster, in dem vornehmlich Universitäten und Forschungsinstitute Basistechnologien und technische Standards entwickeln. Diese werden dann in sechs verschiedenen Use Cases erprobt und fallspezifisch verfeinert. Aus dem Kontext der Use Cases heraus werden neben der technischen Implementierung Faktoren für den erfolgreichen Einsatz dieser Technologien erarbeitet.  ALEXANDRIA ist einer dieser sechs Use Cases.

Use Case ALEXANDRIA
C-LAB ist gemeinsam mit Siemens Corporate Technology, neofonie und der Deutschen Nationalbibliothek am Use Case ALEXANDRIA beteiligt. Ziel ist es, eine endnutzerorientierte, internetbasierte Wissensplattform aufzubauen, die es dem Anwender stark erleichtert, Inhalte zu suchen, zu veröffentlichen und weiterzuverarbeiten. Vorbild für diese Plattform ist die antike ägyptische Bibliothek Alexandria, in der mehr als 700.000 Schriftrollen archiviert waren. 

Von den Use Case-Ergebnissen können u. a. auch Unternehmen profitieren. Durch die starke Orientierung am Nutzer sowie die Betonung von Interaktion wird die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit (Collaboration) unterstützt. Durch den Austausch von Informationen mit Kunden können Unternehmen einerseits deren Bedürfnisse besser kennenlernen, so dass insbesondere im Bereich der Kundenbindung große Potenziale zu sehen sind. Andererseits ist eine enge Zusammenarbeit mit Zulieferern denkbar, was zu qualitativ hochwertigeren Produkten und Dienstleistungen sowie Einsparung von z. B. administrativen Kosten führen kann. Zusätzlich können Unternehmen die neue Infrastruktur intern nutzen, um so ein effektives Expertennetzwerk aufzubauen und die Verbreitung von Best Practices zu beschleunigen. Auch dies kann z. B. in besseren Produkten und Dienstleistungen oder einer kürzeren Time-to-Market resultieren.

C-LAB's Forschungsarbeiten beim Use Case ALEXANDRIA umfassen drei Themengebiete - Usability, Informationsqualität und Communitys. Basierend auf Usability-Konzepten soll eine Benutzeroberfläche entwickelt werden, die eine einfache und intuitive Nutzbarkeit der Plattform ermöglicht. Bezüglich der Informationsqualität sollen Konzepte und Messmethoden erarbeitet werden, die es erlauben, die Qualität von verfügbaren Informationen zu bewerten, zu überwachen und zu erhöhen, um so bestmöglich Nutzerbedürfnisse befriedigen zu können. Die Nutzer der Plattform werden eine Community bilden. In den Forschungsarbeiten zu Communitys sollen Erfolgsfaktoren für den Aufbau von aktiven Communitys und deren Moderation erarbeitet und implementiert werden. 

Siemens CT beschäftigt sich damit, wie sich von Experten aufgebaute Ontologien mit sog. Folksonomies verknüpfen lassen. neofonie betrachtet, inwieweit man die Anwender in den Aufbau semantischer Netze einbeziehen kann und wie sich das sog. "Tagging" automatisieren lässt.

Gemeinschaftlich wird so nach und nach die Wissensplattform unter Einbeziehung von semantischen Technologien, sozialen Suchdiensten und der Vernetzungsidee des Web 2.0 entstehen, die sich durch hohe Nutzerfreundlichkeit und qualitativ hochwertige Informationen auszeichnen wird. Diese Ergebnisse werden wiederum Eingang in das Gesamtergebnis des THESEUS Projektes finden.

Projektförderer: BMWi
Projektlaufzeit: 06/2007 bis 06/2011 (ALEXANDRIA)
Beteiligte Partner:
 Partner des Use Case ALEXANDRIA: Deutsche Nationalbibliothek, neofonie GmbH, Siemens Corporate Technology, Atos IT Solutions and Services 
Weitere THESEUS Partner: Deutsche Thomson OHG (DTO), Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH), empolis GmbH, Festo AG, Fraunhofer-Gesellschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, FZI Forschungszentrum Informatik, Institut für Rundfunktechnik GmbH (IRT), intelligent views GmbH, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), m2any GmbH, moresophy GmbH, ontoprise GmbH, SAP AG, Technische Universität Darmstadt, Technische Universität Dresden, Technische Universität München, Universität Karlsruhe (TH), Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau e.V. (VDMA)
Kontakt: Alexander Krebs, C-LAB
Projekt-Homepage: THESEUS Projekt-Webseite