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Öffentlich gefördertes Forschungsprojekt

 EASI-CLOUDS - Erweiterbare Architektur und Service Infrastruktur für Cloud Computing Software

Bislang ist die Entwicklung von Cloud Computing Anwendungen darauf fokussiert, entweder auf Schnittstellenebene (API) oder auf einer Plattform (PaaS) die Vorteile von spezialisierten Cloud Diensten, wie z. B. Datenspeicherung (Storage), zu nutzen, oder hoch skalierende, vorinstallierte Webdienste flexibel zur Verfügung zu stellen (SaaS).

Mit dieser Spezialisierung ist eine Interoperabilität zwischen Clouds nur schwer erreichbar. Auch im Falle von isolierten, privaten Clouds, welche gegenwärtig die traditionellen internen Rechenzentren ablösen, bestehen offensichtliche Einschränkungen im Hinblick auf Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit. Ein Hauptziel des EASI-CLOUDS Projektes ist es daher, durch die Entwicklung offener Standards die Interoperabilität zwischen Clouds auf allen Ebenen des Cloud Computing Stacks (Virtualisierung, Plattformen und Dienste) zu stärken, sodass deren Zusammenschluss und die übergreifende Nutzung von Cloud Diensten unterschiedlicher, aber kompatibler EASI-CLOUDS Dienstanbieter unterstützt wird. Dieses Ziel wird u.a. mit einem sog. EASI-CLOUDS Dienstebaukasten erreicht.

Der zu realisierende Dienstebaukasten bildet eine modulare, dynamisch skalierende Plattform für einen Cloud-Service-Entwickler. Damit wird das bereits durch service-orientierte Architekturen (SOA) propagierte Konzept, Software aus einzelnen Diensten modular zu entwerfen, auf Cloud Computing erweitert. Hierzu ergänzen skalierbare, portable cloud-spezifische Dienste, unter anderem zur Abrechnung bzw. zur Dienstgüteverwaltung in der Cloud, das Ökosystem an Werkzeugen und Diensten.

Generell müssen für den Einsatz in EASI-CLOUDS existierende Komponenten und Teilplattformen angepasst und integriert werden. Beispielsweise muss die OSGi Plattform als Basis von internen service-orientierten Anwendungen erweitert werden, um Skalierungsszenarien in der Cloud zu unterstützen. Zu jenen Anwendungen zählen z. B. Monitoring und Abrechnungsansätze, die ebenfalls an die zu erwartende Elastizität einer Cloud-Lösung angepasst werden müssen und bilden somit die Basis für die Umsetzung von dynamischen Geschäftsmodellen zu den jeweiligen EASI-CLOUD Diensten.

Atos C-LAB leitet das deutsche Konsortium des europäischen EASI-CLOUDS Gesamtprojektes. Inhaltlich werden die drei Schwerpunkte Technologie, Nutzer- und Geschäftsprozesse mit Fokus auf dem deutschen Use Case und ausgesuchter Teilkomponenten für die EASI-CLOUDS Plattform adressiert.
Zusammen mit der Charité Berlin, dem Use Case Partner des deutschen Projektvorhabens, wird an einer cloud-basierten neuroradiologischen Diagnostik zur schnelleren Berechnung und Aufbereitung rechenintensiver klinischer Untersuchungen gearbeitet. Der Schwerpunkt liegt auf einem medizinischen Forschungsszenario, den dazugehörigen Prozessen sowie analogen klinischen Diagnoseroutinen für spezielle degenerative Hirnerkrankungen basierend auf der Aufbereitung von MRT-Scans.

EASI-CLOUDS untersucht passend zu der technologischen Dimension des Projekts innovative Geschäftsmodelle, die ausgehend von den jeweiligen Anwendungsfällen entwickelt werden. Neben der ökonomischen Seite wird im Atos C-LAB ebenfalls die nutzerorientierte Ausprägung der Anwendung mitbetreut und durch Usability-Aspekte angereichert.

Auf technischer Ebene werden von Atos C-LAB neben der Integration die Entwicklung eines cloud-kompatiblen Kontextverarbeitungsdienstes sowie die Umsetzung von Prozessschritten in einer verteilten Cloud Anwendungen bearbeitet, welche wesentliche Bausteine einer skalierenden Lösung bilden.

Das EASI-CLOUDS Projekt erhielt auf dem ITEA CoSummit 2015 den Preis "excellence award for business impact".

Projektförderer: BMBF (ITEA-Projekt)
Projektlaufzeit: Dezember 2011 - November 2014
Beteiligte Partner:
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Fraunhofer FIRST, Orga Systems GmbH, Universität Mainz, ProSyst Software GmbH, MATERNA GmbH, Technische Universität Berlin – DAI Labor
Kontakt:
Dr. Wolfgang Thronicke, C-LAB, Projektleiter